this post was submitted on 30 Apr 2026
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Deutschland

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[–] Boppel@feddit.org 23 points 6 days ago (29 children)

ich bin gerade so verwirrt. ich bin selbst erzieher, aber das ist der erste mal, dass ich höre, dass es unterbrochen kinderbetreuung gibt. das klingt so absurd.

[–] KatherinaReichelt@feddit.org 7 points 6 days ago (27 children)

Ich sag es mal aus der anderen Perspektive: Warum sollte es denn keine ununterbrochene Kinderbetreuung übermittag geben? Wenn du als Eltern in Vollzeit arbeiten willst, dann brauchst du eine passende Betreuung. Und es gibt auch Jobs, bei denen man nicht einfach so in der Mittagspause zwei Stunden weg kann, um das Kind zu bespaßen. Das können so banale Themen sein, wie dass du irgendwo in der Gastro oder irgendeiner Mensa tätig bist und dort mittags einfach der große Ansturm ist. Oder auch, dass du die Regionalbahn nach Mannheim fährst und mittags eben in Mannheim bist.

Wenn du willst, dass Eltern und vor allen Dingen Mütter arbeiten und das nicht nur in Teilzeit, dann brauchst du eine verlässliche und durchgehende Betreuung der Kinder. Ansonsten funktioniert das nicht. Das gilt übrigens auch für die in meinem Büro leider sehr häufigen Anrufe aus der Kita, dass das Kind abzuholen ist, weil krank, schlecht gelaunt, was auch immer. Das funktioniert gerade eben so in einer Bürotätigkeit, wo die Muttis dann im Zweifelsfall die Zeit aus dem Homeoffice nacharbeiten können. In anderen Berufen führt das allerdings dazu, dass die Leute ihre Arbeit aufgeben müssen.

[–] trollercoaster@sh.itjust.works 3 points 6 days ago (19 children)

Dass man Leuten, die Elternzeit haben, aber genau diese Betreuung nicht gewährt, ist richtig. Die Elternzeit ist ja genau dafür da, das sie als Eltern Zeit für ihre Kinder haben, dann sollen sie diese Zeit gefälligst auch nutzen, um sich um ihre Kinder zu kümmern, statt das zusätzlich der Allgemeinheit aufzuladen.

[–] rustydrd@sh.itjust.works 0 points 6 days ago* (last edited 6 days ago) (1 children)

Der Anspruch auf Betreuung ist aber kein Anspruch der Eltern sondern ein Anspruch des Kindes. Anders gefragt: Wenn die Elternzeit für ein Kind aufgebraucht ist und dieses Kind dann einen Anspruch auf Betreuung hat, warum sollte dieser Anspruch verfallen, wenn die Eltern ein zweites Kind bekommen? Das wäre dem ersten Kind gegenüber eine krasse Ungleichbehandlung im Vergleich zu anderen Kindern, deren Eltern kein zweites Kind bekommen (diese werden dann "voll" betreut, wohingegen Eltern mit mehreren Kindern die Betreuung auf ihre Kinder verteilen müssen).

Das ist übrigens auch der Grund, warum die Eltern in diesem Verfahren nur stellvertretende Kläger sind. Den eigentlichen Betreuungsanspruch hat nämlich das Kind. Es geht nicht darum, den Eltern eine schöne Auszeit zu ermöglichen, sondern darum, dass die Kinder unabhängig vom Elternhaus gleich gut betreut werden und sich ohne Einschränkungen entwickeln können (die Urteilsbegründung "im Einzelfall kann man die Familiensituation berücksichtigen" steht dazu in deutlichem Widerspruch).

[–] sockenklaus@sh.itjust.works 2 points 6 days ago

Ich stimme allem zu, was Du schreibst und will noch ergänzen:

Es geht nicht nur um den Anspruch des Kindes auf Betreuung, sondern nicht zuletzt um frühkindliche Bildung. Kitas bieten Kindern so viel, was ihnen zu Hause häufig nicht geboten werden kann. Das hat viel mit den Kompetenzen und den Möglichkeiten der Eltern zu tun, aber auch alleine schon, dass Kinder lernen, sich im sozialen Kontext "Kita" zu bewegen, mit anderen Kindern und Erwachsenen klarzukommen, Konflikte mit Gleichaltrigen zu lösen und noch vieles mehr

Ich bin Vater von drei Kindern im Kita-Alter und bin fest davon überzeugt, dass Eltern, die ihre Kinder bis zur (Vor-)Schule ausschließlich zu Hause betreuen, den Kindern viele Entwicklungschancen nehmen und seien sie noch so engagierte Eltern.

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