this post was submitted on 24 Sep 2026
6 points (100.0% liked)

Frag Feddit (Ask Feddit)

785 readers
62 users here now

Ask Feddit

founded 2 years ago
MODERATORS
 

länger als 6 Wochen krank.

Ich dachte, der Arbeitgeber müsste mir die Stufenweise Wiedereingliederung anbieten, aber nachdem ich dort angerufen habe, hat eine Sekretärin mir gesagt, dass dies ein Arzt anordnen muss, nicht der Betriebsarzt, was mir neu ist.

Der Orthopäde hat mir gesagt, dass ich zur Arbeit gehen und weiterhin meine Physiotherapie machen kann, der Physiotherapeut hat mir hingegen gesagt, ich solle nicht einmal daran denken, übergewichtige Patienten zu helfen oder bewegen, da ich sonst Gefahr laufe, wieder ganz von vorne mit der Physiotherapie anfangen zu müssen. Morgen gehe ich zu meinem Hausarzt.

Ich weiß nicht, was nun sinnvoll ist.

Der Physiotherapeut sagte mir, dass Ärzte mittlerweile unter Druck stehen, Menschen so schnell wie möglich für gesund zu erklären. Üben die Politiker Druck auf die Ärzte aus, sich so zu verhalten?

Stufenweise Wiedereingliederung und betriebliches Eingliederungsmanagement sind das gleiche, oder?

you are viewing a single comment's thread
view the rest of the comments
[–] Mrs_deWinter@feddit.org 2 points 3 days ago

StW und BEM sind nicht das gleiche. Beides wird öfters als Wiedereingliederung abgekürzt, was das Ganze verwirrend macht.

In Wahrheit gibts einfach verschiedene Wege der Wiedereingliederung, die von verschiedenen Trägern kommen. Du kannst dir vom Arzt als medizinische Rehabilitationsmaßnahme quasi eine Wiedereingliederung verschreiben lassen - stufenweise Wiedereingliederung nach dem sog. Hamburger Modell. Der Antrag muss von deinem Arzt gestellt werden - ihr vereinbart dann zu zweit einen Stufenplan (z.B.: 2 Stunden die ersten 2 Wochen, 4 Stunden die nächsten zwei, etc.), der muss vom Arbeitgeber genehmigt und an deine Krankenkasse geschickt werden. Dein Hausarzt weiß wahrscheinlich näheres dazu. BEM ist eine verpflichtende Arbeitgebermaßnahme für Betriebe mit Mindestgröße - je nachdem, wo du arbeitest, gilt es für deinen Arbeitgeber oder nicht. Du kannst aber beim Arbeitgeber nachfragen, ob sie BEM anbieten. BEM kann dann verschiedene Maßnahmen umfassen - einen Stufenplan, aber auch was anderes, je nach Angebot und Erfordernis. Das sieht so aus, dass es eine BEM-beauftragte Person gibt, die sich mit dir in Beratungsgesprächen trifft - du darfst hier die Arbeitnehmervertretung mitnehmen und dir auch ansonsten Rat holen - und dann schaut, was man gemeinsam ausbaldowert bekommt.

StW kann von Vorteil sein, weil man während der gesamten Maßnahme weiterhin krankgeschrieben ist. Das heißt, man bezieht weiter Krankengeld; der Arbeitgeber muss nichts drauflegen. Dafür kann dein Hausarzt dann aber auch ne Verlängerung umsetzen oder mit dir die Maßnahme abbrechen, falls du noch nicht fit genug bist. Beim BEM ist der Arbeitgeber flexibler, kann manches im Haus intern regeln (und ist halt auch gesetzlich verpflichtet, es in einer Form anzubieten). Ehrlicherweise macht es oft Sinn, beides zu machen. StW und gleichzeitig beim Arbeitgeber im Rahmen des BEM Gesprächs anfragen "Wie könnt ihr dazu beitragen, dass mich diese Stelle nicht in 3 Monaten wieder so krank macht". Zum Beispiel.

Hoffe das erklärts ein bisschen :)